Low Carb oder gar No Carb?

Die Begriffe Low Carb und No Carb tauchen in Bezug auf das Thema Ernährung immer wieder auf. Doch was ist dran an dem Trend? Ist unser Körper wirklich für eine sehr kohlenhydratarme Ernährung gemacht?

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es nahezu unmöglich ist, ganz auf Kohlenhydrate zu verzichten. Denn häufig wird das Wort Kohlenhydrate als Synonym für Stärke gebraucht. Das ist aber nicht korrekt. Jegliche Form von Zucker wird den Kohlenhydraten zugeordnet. Das heisst, wir nehmen auch über Früchte und Gemüse sowie Milchprodukte Kohlenhydrate zu uns. Hinzu kommt, dass der komplette Verzicht auf Kohlenhydrate für unseren Körper nicht gesund ist. Mindestens 100g pro Tag benötigt der Körper für das Zentrale Nervensystem sowie auch für die roten Blutkörperchen. Erhält er diese nicht, nimmt unsere Leistungsfähigkeit ab!

«Eine massive Reduktion der Kohlenhydrate schränkt unsere Leistungsfähigkeit ein und ist auf Dauer ungesund.»

Ihren schlechten Ruf werden die Kohlenhydrate aber irgendwie nicht los. Woher kommt dieser? Ganz unbegründet ist er nicht, denn es kommt stark auf die Art der Kohlenhydrate und wie immer auch auf die Menge an. Deckt man seinen Bedarf über Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index* schnellt der Blutzuckerspiegel in die Höhe und fällt kurze Zeit später wieder zusammen. Die Folgen sind ein zu kurzes Sättigungsgefühl, gefolgt von Heisshungerattacken sowie als letzte Konsequenz eine zu hohe Kalorienzufuhr. Einen hohen glykämischen Index weisen zum Beispiel Süssgetränke, Weissbrot oder Cornflakes auf, einen mittleren Vollkornprodukte und einen niedrigen Hülsenfrüchte oder Milchprodukte.

Qualitativ gute Energielieferanten

Das soll nun nicht heissen, dass man nie ein Gipfeli essen darf und alle Mahlzeiten nur aus Vollkornprodukten bestehen müssen. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung und das Bewusstsein über die Wirkung der Kohlenhydrate im Körper. Kombiniert man beispielsweise Kartoffeln mit Hülsenfrüchten, beeinflussen letztere durch ihren hohen Gehalt an Nahrungsfasern die Aufnahmen des Zuckers ins Blut positiv. Sprich dieser gelangt langsamer ins Blut, wodurch das Sättigungsgefühl länger anhält. Das gleiche gilt auch für die Kombination von Kohlenhydraten mit Gemüse. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt rund 50% des Energiebedarfs an einem Tag über Kohlenhydrate zu decken, da bleibt viel Spielraum für Abwechslung.

The right carbs!

Abschliessend lässt sich also sagen: Wirf nicht alle Kohlenhydrate in den gleichen Topf. Wir brauchen die wertvolle Energie, welche sie uns liefern. Nicht umsonst sind die Kohlenhydrate seit Jahrzehnten rund um die Welt das am weitesten verbreitete Nahrungsmittel. Mit einem guten Mix sowie der Kombination der Kohlenhydrate mit Gemüse oder Hülsenfrüchten, liefern sie unserem Körper wertvolle Nährstoffe.

Achtung Kohlenhydrat-Falle

  • Süssgetränke: Unbewusste Zufuhr von Kohlenhydraten
  • Fertigprodukte: Enthalten häufig viel Zucker, um die Haltbarkeit zu erhöhen oder die Konsistenz zu optimieren.

 

*Definition Glykämischer Index: Erhöhung des Blutzuckerspiegels nach dem Konsum einer kohlenhydrathaltigen Speise.

 

 

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